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Die Fahrzeuge der Leipziger Fahrzeugsammlung

Die Fahrzeugsammlung umfasst insgesamt 45 historische Straßenbahnwagen der Baujahre 1896-1988.
Davon sind im folgende Fahrzeuge im Historischen Straßenbahnhof Leipzig - Möckern stationiert und können zu den Öffnungstagen des Museums besichtigt werden:

Außerhalb des Bahnhofes werden noch 10 weitere Straßenbahnfahrzeuge, 2 Obusse und 2 Omnibusse verwahrt, die zu besonderen Anlässen gezeigt werden. Das Ziel der Bemühungen des Vereines besteht darin, möglichst von jedem Straßenbahnfahrzeug der Leipziger Straßenbahn ein Original zu erhalten. Darüber hinaus wurden einige Fahrzeuge, die einen bedeutenden Umbauzustand repräsentieren in die Sammlung aufgenommen. Dieses Ziel konnte in den letzten Jahrzehnten einerseits durch Sicherstellung ausgemusterter Originalfahrzeuge, anderseits aber auch durch die Rückführung teilweise über Jahrzehnte als Gartenlauben genutzter ehemaliger Straßenbahnwagen realisiert werden. Beispielhaft dafür ist der Triebwagen 349 der GLSt, Baujahr 1897. Dieses Fahrzeug wurde bis 1926 im Liniendienst eingesetzt und danach als Gartenlaube in Markkleeberg-West aufgestellt. Im November 1987 erfolgte die Rückführung, heute präsentiert sich das Fahrzeug im fortgeschrittenen Restaurierungszustand und wurde äußerlich teilweise schon lackiert und beschriftet.

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Einige Fahrzeuge kurz vorgestellt

Im folgenden werden einige Fahrzeuge kurz vorgestellt. Eine vollständige Aufstellung in Wort und Bild finden Sie in der Broschüre " Historische Straßenbahnen, Die Leipziger Fahrzeugsammlung", die auch während der Öffnungstage erworben werden kann.

Triebwagen 308

Typ: 10

einstellender Betrieb: GLSt
Nummernreihe 201 - 335
Inbetriebnahme 21.12.1896
Motor GE 1200, 
22KW
Plätze 20 / 14
Länge 8,50 m

Mit Fahrzeugen dieses Typs wurde am 17. April 1896 der elektrischen Straßenbahnbetrieb in Leipzig eröffnet. Ein Zeitgenosse schilderte:
"Um die zwölfte Stunde, als die Aprilsonne am höchsten am südlichen Himmel stand, symbolisch die Richtung andeutend, von der das blaue Wunder kommen sollte ..- .. Ruhig kam Sie daher, die erste 'Elektrische'. Bald folgten zwei weitere Wagen Sie trugen die Wagennummern 201, 202 und 203. Den Vorderperron des ersten, festlich geschmückten Wagen bestieg der Oberbürgermeister..."
Unser historischer Wagen 308 war zwar noch nicht am Eröffnungstag mit dabei, wurde aber einige Monate später im Dezember 1896 in Dienst gestellt. Nach der Außerdienstsstellung wurde er zusammen mit seinem "roten" Bruder, dem Triebwagen 64 der LESt bereits 1924 für museale Zwecke sichergestellt. Durch das besondere Engagement weitsichtiger Straßenbahner entging er 1947 der drohenden Verschrottung, da er nach Meinung der damaligen Obrigkeit einen " kapitalistischen Zeitzeugen" darstellte. Heute ist er der älteste mit Originalausrüstung versehene, betriebsfähige Straßenbahnwagen auf dem europäischen Festland.

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Triebwagen 1464

Typ: 22s
einstellender Betrieb: GLSt
Nummernreihe 1412-.. -1468
Inbetriebnahme 1925 / 1972
Motoren EM 60/600,
2* 60KW
Plätze 20 / 66
Länge 10,30 m

Das Fahrzeug gehört zu einer Serie von 200 Triebwagen, die 1925 in Dienst gestellt wurden. Wegen der über die Plattformen heruntergezogenen Oberlichtdächer, welche an die Bauart amerikanischer Schnellzugwagen erinnerten, erhielten die Wagen den Spitznamen "Pullmanwagen". Diese Bezeichnung hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Im Laufe der Jahre wurden die Pullmanwagen umgebaut und modernisiert. Unser Wagen erhielt im Jahr 1965 eine stärkere elektrische Ausrüstung, der ehemals hölzerne Wagenkasten wurde in Stahlbauweise neu aufgebaut. Das Fahrgestell und das charakteristische Dach blieben jedoch erhalten. In den 70-er Jahren erfolgte eine Anpassung, welche die Behängung mit moderneren Beiwagen (Reko- und Gothabeiwagen) ermöglichte. In dieser Form wurde der Wagen bis 1987 im Personenverkehr eingesetzt.

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Triebwagen 1206

Typ: 32
einstellender Betrieb: LVB
Nummernreihe 1101-1220
Inbetriebnahme 1967
Motoren EM 60/600,
 2* 60KW
Plätze 35 / 143
Länge 21,52 m

Dieses Fahrzeug gehört zu einer Serie von insgesamt 120 Wagen, die zwischen 1961 und 1967 gebaut wurden. Der Wagentyp wurde von der Waggonfabrik Gotha entwickelt und lehnt sich an Fahrzeuge westdeutscher Verkehrsbetriebe an. Ursprünglich wurden die ersten Wagen dieses Typs noch mit einem Schaffner besetzt, der an der hinteren Tür einen Sitzplatz mit Verkaufstisch besaß. Die bar zahlenden Fahrgäste sollten im so genannten Fahrgastfluss an der hinteren Tür einsteigen und in der Mitte wieder aussteigen. Die vordere kleine Tür war für Zeitkarteninhaber vorgesehen, die der Fahrer kontrollierte. Die Schaffnerplätze sind nur kurzzeitig in den ersten 10 Wagen benutzt worden, danach erfolgte der Einbau von Zahlboxen. Allerdings erwiesen sich die Wagen als zu klein, so dass ab 1962 ein Beiwagen angehängt wurde. In dieser Form verkehrten die Wagen bis 1991.

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Triebwagen 1308

Typ: 34
einstellender Betrieb: LVB
Nummernreihe 1301-1308
Inbetriebnahme 1976
Motoren TE 022H
4 *43 KW
Plätze 38 / 133
Länge 19,05 m

Der Triebwagen 1308 ist das jüngste Fahrzeug der Sammlung. Der Wagen wurde 1976 zusammen mit 7 weiteren Fahrzeugen dieses Typs in Dienst gestellt. Auffällig war damals die neue Farbgebung der Wagen (2 * elfenbeinfarbig, 2 * blau/elfenbeinfarbige, 4 * orange/elfenbeinfarbig). Die Fahrzeuge waren im Straßenbahnhof Paunsdorf beheimatet und kamen vor allem auf den Linien 2, 6, 13E (später 33) und zur Messe auf der 43 zum Einsatz. Im Jahre 1984 erfolgte im Zuge der Typenbereinigung ein Verkauf der Fahrzeuge nach Berlin, wo eine große Anzahl gleichartige zwischenzeitlich modernisierte Fahrzeuge noch heute im Einsatz stehen. Durch das Engagement einiger Straßenbahnfreunde konnte das Fahrzeug im Jahr 1997 zurück erworben werden und fand durch die Mithilfe der Stadtwerke Leipzig zunächst sein Domizil im Heizwerk Südost. Seit November 2003 gehört das Fahrzeug zur Fahrzeugsammlung Möckern. Am 1.Oktober 2005 erfolgte die Einweihungsfahrt.

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