Ältester Obus Deutschlands gerettet!

von Rolf-Roland Scholze

Am 29. Juli 1938 nahm in Leipzig die erste Obuslinie ihren Betrieb auf. Leipzig war damit die erste Stadt in Sachsen und die siebente im damaligen Deutschen Reich, in der man ein solches „neuzeitliches Verkehrsmittel“ - wie es damals bezeichnet wurde - eröffnete. Anfangs standen fünf Büssing-Obusse mit den Nummern 101 - 105 zur Verfügung. Wagen 101 besaß eine E-Ausrüstung der Siemens-Schuckert-Werke (SSW) und einen Aufbau der Waggonfabrik Uerdingen. Die übrigen vier Wagen waren elektrisch von der AEG ausgerüstet, die Aufbauten fertigte der bekannte Hersteller Schumann in Werdau. Die äußerst robusten Obusse der Ursprungsserie blieben bis 1967 im Einsatz. Ursprünglich war der Wagen 101 zur Erhaltung durch das Verkehrsmuseum Dresden vorgesehen. Dies wurde jedoch nicht realisiert und der Wagen 1969 verschrottet. Glücklicherweise fanden die Obusse 104 und 105 Käufer, die sich die Wagen als Gartenlauben ausbauten. Als solche überlebte der frühere Obus 104 in der Dübener Heide. Am 12. Mai 2004 konnte er nach langjährigen Vorbereitungsarbeiten endlich in den „Historischen Straßenbahnhof“ in Möckern überführt werden. Damit ist der älteste noch erhaltene Obus Deutschlands zumindest erst einmal sichergestellt! Das Fahrzeug kann zu den Öffnungstagen des "Historischen Straßenbahnhofes" in Möckern besichtigt werden.


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