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Arbeitsgemeinschaft „Historische Nahverkehrsmittel Leipzig“ e. V.
Arbeitsgruppe Restaurierung Omnibus und Obus
Das Grundkonzept für die Fahrzeugrestaurierung weicht von gleichartigen Museen anderer Städte ab. In Leipzig werden grundsätzlich alle Fahrzeuge in den Originalzustand zurückgebaut, in dem sie sich zum Zeitpunkt ihrer Indienststellung befanden.

Die Leipziger Sammlung beherbergt nur Fahrzeugtypen, die in Leipzig zum Einsatz kamen. Sie ist eine der vielfältigsten Sammlungen Deutschlands. Dies stellt besondere Anforderungen an die Arbeit der Restaurateure, die häufig keine fachspezifische Ausbildung besitzen. Im Verein arbeiten größtenteils Laien. Sie haben sich aber vielfältige Fertigkeiten angeeignet.

Vielleicht fällt Ihnen zu Hause die Decke auf den Kopf. Mancher Rentner oder Vorruheständler zählt sich vielleicht noch nicht zum alten Eisen und junge Leute suchen eine ausgefüllte lehrhafte Freizeitgestaltung. Die Mitarbeit ist unentgeltlich. Über die Vereinsmitgliedschaft besteht während der Vereinsarbeit Unfallversicherungsschutz.

Wenn Sie uns unterstützen wollen, wir suchen:
  • ausgebildete Holzfachleute,
  • ausgebildete Karosserieklempner,
  • geschickte Lackierer,
  • zuverlässige und dem Gedanken der Gemeinnützigkeit offene Mitstreiter.

Ansprechpartner:
Kay Hinniger
Arbeitsgemeinschaft „Historische Nahverkehrsmittel Leipzig" e. V.
Apelstraße 1, 04129 Leipzig

Telefon/AB: 0341 3928904

Weiter zu den Berichten und Fotos aus vergangenen Jahren.
Aus der aktuellen Arbeit ....
Historischer Omnibus der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) - Doppelstockomnibus Do 56
 
Im Jahr 1958 erhielten die LVB 18 und 1959 nochmals 10 dieser Omnibusse. Sie wurden im Waggonbau Bautzen und später auch in der Waggonfabrik Ammendorf produziert.

Ihrem Einsatz im Busnetz Leipzigs waren 1957 umfangreiche Testfahrten mit einem aus Berlin ausgeliehenen Do 54 dem Vorläufertyp noch mit Holzkarosserie - vorausgegangen. Auch auf möglichen Umleitungsstrecken sind die lichten Höhen der Unterführungen auf die unbedenkliche Durchfahrt der Busse geprüft worden. Teilweise wurden besondere Fahrspuren für den Do56 markiert.

So war wegen der zu niedrigen Eisenbahnüberführung in Anger-Crottendorf ein Einsatz auf den Linien M und Z (Mölkau, Baalsdorf) ausgeschlossen. Auch das Aus- und Einrücken vom / zum Bushof Lindenau konnte nicht über die Saalfelder Straße erfolgen.

Im Gegensatz zur „Berliner“ Ausführung war vom offenen Einstieg zum unteren Fahrgastraum eine Schiebetür eingebaut. Mit der Einführung des „Einmannbetriebes“ ab 1963 wurde der offene Einstieg mit einer druckluftbetätigten Falttür versehen.

Die Ausmusterung der Omnibusse begann 1970 und wurde 1972 abgeschlossen.

Der Omnibus Nr. 77 ist ein „Berliner“ und konnte im Jahr 2020 für unsere Sammlung erworben werden. Er befindet sich in der Aufarbeitung.
Mini-Galerie
Aus der Arbeit unserer Busgruppe
Unsere Arbeitsgruppe Restaurierung Omnibus und Obus berichtet hier regelmäßig aus ihren Treffen und Veranstaltungen. Sie sind viel unterwegs bei befreundeten Vereinen und auf Veranstaltungen in der Region und tragen so zur Außenwirkung unserer Arbeitsgemeinschaft bei. Restaurierungsberichte gibt es in der Rubrik Aus der Werkstatt.

Beispielhaft ein paar Berichte aus den vergangenen Jahren.

Gästefotos

Gästevideos


Die Omnibuschronik entsteht
Von Thomas Prescher

Einen großen Auftritt im Museum hatten wir 2013 mit einer umfassenden Ausstellung. Wir als Arbeitsgruppe „Omnibus und Obus“ präsentierten auf zahlreichen Aufstellern eine recht umfassende Dokumentation zur 100jährigen Geschichte des Omnibusses in Leipzig.

Während der Ausstellung kam die Idee auf, eine kleine Broschüre mit den wichtigsten Informationen zur Geschichte für das breite Publikum zu erstellen. Dazu muss man sagen, dass der Autor der Buschronik in früheren Jahren den Beruf des Buchbinders erlernte, und sich mit einigen Erfahrungen in das Projekt einarbeiten konnte.

Der Kraftomnibus in LeipzigEin Vereinskollege gab den Stein des Anstoßes. Diese Aufgabe fand ich durchaus interessant und so begann ich zum Ende des Jahres 2013 mit den vorbereitenden Arbeiten für das Projekt. Es blieb dabei nicht bei einem kleinen Heft, sondern wurde sukzessive immer weiter vorangetrieben und so entstand ein vollwertiges, broschiertes Buch. Es sei aber auch gesagt, dass so ein Projekt niemals eine Person alleine stemmen kann. Mir wurde von einigen Vereinsmitgliedern sehr geholfen. Allen voran Rolf-Roland Scholze, denn er verfügt durch seine zahlreichen Erfahrungen über das erforderliche fachliche Wissen als Autor. Zur Arbeit gehörte neben dem Durchforsten des Vereinsarchivs auch das mühsame Zeichnen von Netzplänen, vielen Layoutentwürfen, Aufarbeitung der Geschichte bis zur jüngeren Gegenwart viel Vorstellungsvermögen und ausreichend Ideen, denn ein Verlag war bei dem Projekt nicht beteiligt.

So begann das Projekt bis 2015 erstmals Gestalt anzunehmen und es entstand ein Manuskript. Ab diesem Zeitpunkt standen mir viele Korrekturleser zur Seite, um das Projekt zur Reife zu bringen. Leider war das Buch bis zum Ende des Jahres 2015 nicht fertigzustellen. Gründe dafür gab es einige. Der Hauptgrund war der Verlust der Datei, der mir einige Wochen Zeit kostete, da ich auf eine ältere Sicherheitskopie zurückgreifen musste. Zu dieser Zeit war ich auch an dem Punkt angelangt das Projekt einzustellen.

Von unseren Kollegen und Freunden wurde ich aber immer wieder ermutigt das Buch fertigzustellen. So geschah es im Herbst 2016. Das Buch sollte seinen Abschluss finden, nach abermals vielen Korrekturlesungen und Änderungen. Nach den organisatorischen Absprachen - das Projekt musste mit einer mittleren vierstelligen Summe vom Verein vorfinanziert werden - konnte das Buch im November 2016 in den Druck gehen. Nebenbei sei erwähnt, dass der Auftrag zur Fertigung eine Leipziger Buchbinderei erhielt.

Pünktlich zur Vorweihnachtszeit begann die Auslieferung meines Erstlingswerkes, begonnen mit der Übergabe zur Jahresabschlussveranstaltung im Verein. Es folgte im Anschluss die Abarbeitung der zahlreichen Bestellungen. Weit über 1000 ehrenamtliche Stunden brachte das Team rund um das Projekt ein, um in dreieinhalb Jahren von der Idee im Jahr 201 3 bis zur Fertigstellung im November 2016 das Projekt zu realisieren. An dieser Stelle sei auch ein großer Dank für das große Vertrauen durch unseren Vorstand ausgesprochen, der das Projekt von Beginn an unterstützte sowie der vielen fleißigen Helfer, ohne die das Buch wahrscheinlich nicht realisierbar gewesen wäre.

Die Buschronik ist ab sofort an Öffnungstagen im Museum am Verkaufswagen erhältlich.

entnommen aus dem Vereinsmagazin „Niederflurwagen“ #48
Berichte aus 2017
Von Thomas Küster

Auch in diesem Jahr haben wir an unserem H6B und Ikarus 280.02 weitere Instandsetzungen vorgenommen. So wurden unter anderem die Bremstrommeln am H6B erneuert. Am Ikarus stand ebenso der Austausch der Bremsen an.

Ein wichtiger Schritt war die Überführung der Busflotte von Zwenkau zum zukünftigen Museum in den ehemaligen Straßenbahnhof Wittenberger Straße. Damit hatten die langen Anfahrtswege zum Betriebshof Zwenkau ein Ende. Somit rückten auch die Mitglieder unserer Arbeitsgruppe näher an alle anderen Vereinsmitglieder heran.

Zum Ende des Jahres begannen die Abrissarbeiten der Waschanlage in der Sommerhalle im neuen Museum. Der Abriss wurde notwendig, um mehr Platz und Rangierfreiraum in der Sommerhalle für die Fahrzeuge zu erhalten.

Der große Höhepunkt des Jahres war die Teilnahme am Ikarus-Treffen mit unserem Gelenkbus in Hoyerswerda. Die Hin- und Rückfahrt führte zum Teil mit befreundeten Vereinen, die ebenfalls mit ihren Ikarus-Bussen zum gemeinsamen Treffen fuhren. So waren wir mit einer kleinen Flotte auf den Landstraßen unterwegs und begeisterten hier schon viele Menschen. Unser Bus wurde eingeplant, um die Gäste des Treffens von der Innenstadt bzw. vom Bahnhof Hoyerswerda zum Veranstaltungsort, welcher etwas am Rande der Stadt lag, zu bringen. Hierfür wurden extra Liniengenehmigungen erteilt und ein Fahrplan erstellt. Unser Bus sollte 2 Runden fahren. Die Fahrzeit für eine Runde betrug immerhin 51 Minuten mit einer Linienlänge von 17,5 km. Da der Ansturm unerwartet hoch war (laut Veranstalter waren über 3.000 Besucher da), haben wir insgesamt 5 Fahrten durchgeführt. Zu allen Fahrten reichten die Stehplätze kaum aus, sodass wir Berufsverkehrsverhältnisse aus DDR-Zeiten hatten. Das passte besonders gut zur Stadt Hoyerswerda, die noch ein ganzes Stück Flair aus dieser Zeit besitzt. Zum Abschluss des Tages fand noch ein Fahrzeugkorso mit 40 Ikarus-Bussen verschiedener Typen statt.

Neben diesem Höhepunkt gab es noch weitere Fahrten mit unseren Bussen. So nahm unser H6B am Straßenbahnmuseumsöffnungstag in Dresden im April teil. Die Dresdner Vereinsfreunde fragten bei uns an, ob wir sie bei den Rundfahrten unterstützen können. Geplant war zunächst hier unser Gelenkbus. Aufgrund einer notwendigen Reparatur mussten wir sehr kurzfristig umdisponieren. Hierfür ein Dank an unsere H6B-Fahrer, die sozusagen von heute auf morgen nach Dresden fuhren. Unser B1000 nahm am Barkas-Treffen in Frankenberg teil und erfreute sich dort neugieriger Blicke.

Abschied nahmen wir von den für das Museum geplanten MAN NL202 und Mercedes O 405GN. Aus Platzmangel konnten diese Fahrzeuge leider nicht erhalten bleiben.

Als Modellfahrzeuge erschienen in diesem Jahr der Framo sowie der Solaris Urbino 18 IV. Auch ein Buskalender für das Folgejahr erschien im Herbst wieder. Der Verkauf der Bus-Chronik, welche Ende 2016 erstmalig erschien, lief so gut, dass eine Nachbestellung erforderlich wurde.

Das Saisonjahr endete mit einem tragischen Unfall unseres H6B Anfang Oktober. Während der Anreise zu einer Veranstaltung in Erfurt, wo dieser Bus einige Runden drehen sollte, kam es zu einem schweren Verkehrsunfall, bei dem einige Mitglieder zum Teil schwer verletzt wurden. Ein entgegenkommender PKW schnitt unseren Fahrtweg in einer Kurve, sodass beim Ausweichversuch der Bus gegen eine Mauer fuhr. Der PKW-Fahrer verließ unerkannt den Unfallort. Alle Verletzten waren bis zum Jahresende wieder wohlauf. Leider wird es einige Zeit dauern, bis der Bus wieder fahrbereit ist.
entnommen aus dem Vereinsmagazin „Niederflurwagen“ #50
Fotos: Thomas Küster
Berichte aus 2018
Von Thomas Küster

Das Jahr 2018 stand auch für unsere kleine Busgruppe im Zeichen des Umzuges. Unsere Fahrzeuge stehen ja bereits im neuen Museum. Dennoch galt es, in der Sommerhalle weiteren Platz zu schaffen, damit an den Fahrzeugen gearbeitet werden kann. Auch wird weiterer Platz für die Materialien aus dem bisherigen Museum benötigt.

So musste die Straßenbahn-Waschanlage entfernt werden. Begonnen wurde mit der Demontage zahlreicher Rohre. Anschließend wurden die Spritzschutzwände abgebaut. Diese bestanden im oberen Teil aus Glas und im unteren Teil aus dicken Betonwänden. Da wir keine Maschinen zur Verfügung hatten, wurde alles in fleißiger Handarbeit erledigt. So half uns ein schwerer Hammer beim Zertrümmern der Betonwände. Auch die Demontage der Scheiben war eine Herausforderung. Um nicht Tausende von Glassplittern einsammeln zu müssen (diese verteilen sich ja gern in einem größeren Umkreis) mussten die zum Teil sehr stark verwitterten Befestigungen mühevoll gelöst werden. Am Ende des Jahres stand nur noch ein Stahlgerüst. Dieses muss nun noch mittels Schneidbrenner zerkleinert werden. Für die Entfernung der Querträger an den Bürstenhaltern musste vorab die Oberleitung stromfrei gescholten werden. Ein Teil des Stahlgerüstes (auf der Seite zum „Friedhof“ hin) wird erhalten bleiben. Dieses soll für eine Umbauung genutzt werden, in welcher zukünftig auch wind- und kältegeschützt Restaurierungsarbeiten und Lackierarbeiten durchgeführt werden können. Schließlich ist die Sommerhalle, wie es der Name schon etwas verrät, in der kalten Jahreszeit für solche Aktivitäten nicht geeignet. Hergerichtet wurde auch unser Innen- und Außenlager, um dort Ersatzteile lagern zu können.

Parallel zu den Abrissarbeiten wurden für unseren verunfallten Bus H6B (ost)deutschlandweit zahlreiche Ersatzteile beschafft. Damit konnten auch erste Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden. Da wir aber nicht die Möglichkeiten für eine Komplettreparatur haben, begann die Suche nach einer geeigneten Werkstatt, die unter anderen die Karosse wieder in Form bringen kann.

Auch an unserem Ikarus-Gelenkbus wurden weitere Instandhaltungsmaßnahmen vorgenommen. So waren zum Beispiel am Unterboden einige Roststellen zu entfernen und entsprechender neuer Schutz aufzutragen. Am Mercedes-Silberpfeil wurde das Graffiti am Heck entfernt.

Für 2019 wurde wieder ein Buskalender entwickelt. Dieser erfreute sich, wie auch die im Verkauf angebotenen Fahrzeugmodelle MAN NL 202 und Framo-Veilchen, einer großen Nachfrage.

Unsere Dresdner Museumskollegen baten uns Anfang April 2018 um Unterstützung mit unserem Ikarus 280.02, mit welchem wir nach Dresden fuhren und Rundfahrten durch die Elbestadt an den Öffnungstagen des Museums durchführten. Zahlreiche Besucher und Touristen staunten, als unser Bus dort auftauchte. Am einzigen Öffnungstag des Jahres 2018 in Möckern, zur „Nacht der Kunst“ in der Georg-Schumann-Straße, war unser historischer Ikarus 208 auch mit im Einsatz.
entnommen aus dem Vereinsmagazin „Niederflurwagen“ #52
Fotos: G. Sattler
Gästefotos | Öffnungstag 19. Juni 2016
Gästefotos | Öffnungstag 21.07.2019
Ikarus 280 von Straßenbahnmuseum Leipzig bis Hauptbahnhof
von: Punktförmige Zugbeeinflussung
© 2022 | Arbeitsgemeinschaft „Historische Nahverkehrsmittel Leipzig“ e. V.
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